11.09.2017

Donauwörth ist bunt

Das Jugendzentrum Donauwörth rief anlässlich einer Veranstaltung mit Alice Weidel zu einer Kundgebung "Donauwörth ist bunt" auf. Auch Bündnis 90/ Die Grünen, SPD und Linke schlossen sich mit einer Mahnwache an. Mit zahlreichen mitgebrachten bunten Schildern mit Aufschriften wie "Für Menschenwürde und Solidarität" oder "Rassismus führt zum Verlust ihres Mitgefühls" demonstrierten fast hundert Menschen für Menschlichkeit und Vernunft sowie gegen Hass, Hetze und Fremdenfeindlichkeit, darunter Albert Riedelsheimer, Grüner Bundestagsdirektkandidat im Donau-Ries. Reden von Sebastian Heckl (Juze), Daniel Brecht (SPD) und Eva Lettenbauer (Grüne) machten die Kritik der Demonstrierenden an der Partei AfD mit unterschiedlichen Argumenten deutlich. Sie sprachen sich für eine moderne, freiheitliche, demokratische, weltoffene und soziale Gesellschaft aus. Der AfD dagegen möchte einen gesellschaftlichen Wandel, dessen Richtung im Gegensatz zu all diesen Werten steht. Eine eine Kündigung des Pariser Klimaschutzabkommens wäre fatal. Scharf kritisiert wurden außerdem die Forderung nach Auflösung des Euroraumes, Errungenschaften dürfen nicht aus Rechtspopulismus leichtfertig verspielt werden. Besonders aber die rassistische Aussagen Björn Höckes über das "Reproduktionsverhalten Afrikas", Fantasien Gaulands eine Abgeordnete und Integrationsbeauftragte der Bundesregierung in Anatolien zu "entsorgen" oder die Inhalte von Alice Weidels rassistischer E-Mail, in der sie über eine Überschwemmung mit „kulturfremden Völkern wie Arabern, Sinti und Roma“ sinniert, sind inakzeptabel und äußerst gefährlich. Die Demonstrierenden machten deutlich, dass das Weltbild der AfD durchzogen ist von der Abwertung anderer und die Menschenwürde sehr vieler Menschen missachtet. Rückschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männern oder der Gleichstellung homosexueller Menschen dürften nie mehr gemacht werden. Das Sprechen der AfD über ein kulturell und ethnisch homogenes deutsches „Volkes“ ist völkisch und rassistisch und die Ansicht es gebe genau eine Volksmeinung antidemokratisch. Mit der AfD drohen außerdem Holocaustleugner, wie von Gottberg, in den Bundestag einziehen, daher appelierten die Demonstrierenden: "Wehret den Anfängen!" und setzen für Menschlichkeit, Freiheit und Demokratie ein. Ein Teil der Demonstrierenden blockierte wenige Minuten friedlich den Wagen, mit dem Alice Weidel ankam. Die zweieinhalbstündige friedliche Kundgebung wurde von einer Trommelgruppe umrahmt.